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Praktikant aus dem Mutterhaus in Lauenau gesichtet:

Learning by doing

Im Sommer diesen Jahres erreichte uns eine ungewöhnliche Anfrage aus unserem Würzburger Headquarter: Ob wir ein Werkstatt-Praktikum für einen jungen Mitarbeiter anbieten können? Der Chris - begeisterter Harley Fahrer und W&W Mitarbeiter - durchläuft alle Abteilungen in Würzburg und soll sein Wissen in Sachen Technik ausbauen und natürlich auch andere W&W-Läden kennen lernen.

Praktikanten hatten wir schon einige im Laufe der Jahre und wir wissen, dass Zeit in sie investiert werden muss. Schließlich soll der Lernwillige nicht nur rumstehen und zugucken, oder - ganz schlimm - nur die Werkstatt ausfegen. Die Idee fanden wir trotzdem so gut, dass wir uns schnell auf einen Zeitraum außerhalb der Hauptsaison einigten.

Janett konnte sogar ein Spezial-Projekt für Chris organisieren: Eine Sitzhalterung für einen alten Shovel bauen. Diese Aufgabe war wie gemacht für Chris. Flexen, bohren, feilen - genau das Richtige! Mitte September kam er dann.

Erstmal wurden noch einige normale Werkstattaufträge bearbeitet, bei denen Chris mithalf und neugierig jeden Arbeitsgang genau verfolgte. Z.B. die Dyna mit ölender Rockerbox. Beim Zerlegen kam der Übeltäter für die Undichtigkeit zum Vorschein: Ein Gewinde im Zylinderkopf hielt nicht mehr. Schon beim Demontieren merkten wir, dass eine Schraube überhaupt nicht fest war. Also bauten wir den Kopf komplett ab und montierten einen Gewindeeinsatz. Große Augen bei Chris und am Schluss die Feststellung: „Schrauben in Aluteilen ja nicht zu fest anziehen!“ Dann eine Softail, bei der der Vergaser verharzt war. Zerlegen, reinigen, neue Düsen rein und alles wieder anbauen. Auch das wurde von Chris genauestens verfolgt, schließlich hat seine Sporty den gleichen Vergaser. So lernt man fürs Leben!

Und dann ging es endlich mit der Sitzhalterung für den Shovel los. Zuerst musste ein Plan her, wie der Solo-Seat befestigt werden sollte. Rolf und Chris überlegten hin- und her. Am Rahmen sollte nichts geschweißt werden. Zuerst musste eine Halterung und Stabilisierung an den Sitz selbst. Die fertigte Chris aus Rohmaterial an. Flexen, Bohren, Schleifen - da war er in seinem Element. Dann verschweißte Rolf die Einzelteile und Chris konnte nacharbeiten. Zum Schluss noch lackieren und so war das Teil fertig. Die Halterung am Rahmen musste auch geändert werden. Also wieder Flexen, Schweißen, Schleifen. Dabei musste noch ein Anschlag angefertigt werden, der die Halterungen gegen Verdrehen sichert. Inmitten dieser Arbeiten bekamen wir noch einen Hilferuf eines Kunden: Eine Sporty sollte abgeholt werden, da der Sprit blasenfrei aus dem Motorrad lief. Also machten sich die beiden Werkstatt-Jungs auf den Weg, um das Sorgenkind abzuholen. Und wieder: Vergaser zerlegen und reinigen. Beim Zusammenbauen wurden noch neue Dichtungen montiert. Und siehe da, die Sporty lief wieder einwandfrei. Der Kunde war glücklich und Chris konnte sein Vergaser-Wissen festigen.

Zum Abschluss sollte nun unsere Firmen-Harley noch eine Inspektion bekommen. Doch was war das? Eine Pfütze unterm Motorrad … Ob etwa? … Genau, der Vergaser. Und täglich grüßt das Murmeltier: Zerlegen, reinigen und wieder montieren. Diesmal dann fast ohne Hilfe. Dann konnte Chris eine ausgiebige Probefahrt machen und anschließend Öl und Filter wechseln.

Dieses Praktikum war für uns und ihn eine schöne Abwechslung! Es macht Spaß, interessiertem, engagiertem Nachwuchs etwas beizubringen.

An der Sporty rinnt der Vergaser Chris an der Säge Was ist mit dem Sägeblatt los? An diesen Shovel soll der Sitz dran

Chris kneift die Augen zu, um nicht direkt in die Schweißflamme zu schauen Der Halter kühlt im Schraubstock Anpassarbeiten am Bike Sitz mit Halter von unten

Vorbereitung mit der Drahtbürste Dranhalten und Position suchen Schweißarbeiten am Rahmen Ölablassen an der Dyna

Werkzeug putzen Probefahrt Probefahrt erfolgreich